CO₂-Rechner Raum: So schnell steigt der CO₂-Wert im Schlafzimmer

Schnelle Antwort: Der CO₂-Rechner zeigt für Ihr Schlafzimmer, wann 1.000 ppm erreicht sind und wie hoch der Wert morgens steht. Bei 16 m², zwei Erwachsenen und geschlossenem Fenster sind es nach rund 1 Stunde 1.000 ppm und morgens etwa 2.100 ppm; mit gekipptem Fenster bleibt der Wert bei rund 790 ppm.

Zwei Erwachsene schlafen in 16 m² bei geschlossenem Fenster: Rechnerisch liegt die Luft dort bei typischem Luftwechsel etwa sieben von acht Stunden über der 1.000-ppm-Marke, ab der das Umweltbundesamt Raumluft als auffällig einstuft. Dieser CO₂-Rechner zeigt das für Ihr Zimmer: Raumgröße, Personen und Fensterstellung eingeben, und Sie sehen die Zeit bis zur Marke, den Morgenwert und die Kurve der Nacht. Er gehört zu unserem Überblick zur Luftqualität in Innenräumen.

Was die Kurzantwort nicht zeigt: wie stark die Dichtheit Ihres Hauses das Ergebnis verschiebt und warum ein gekipptes Fenster meist reicht, manchmal aber nicht. Das klären Szenario-Tabellen und Rechenweg unter dem Rechner.

🛏️ CO₂-Rechner: Wie schnell wird die Luft im Schlafzimmer dick?

Rechenweg: Ein-Zonen-Massenbilanz-Modell mit den Messwerten unserer CO₂-Simulation — 11 l CO₂/h je schlafendem Erwachsenen (Fan et al. 2021), 9 l/h je Kind (Annahme), Außenluft 420 ppm, Startwert 550 ppm, Luftwechsel geschlossen 0,3/h, gekippt 1,5/h, weit offen 5/h (Band: 0,1–0,5 / 0,8–3 / 2–9 je nach Gebäudedichtheit und Wind), Stoßlüften am Morgen 8,8/h (Messwert Schlafzimmer, windstill). Bewertung nach den Stufen des Umweltbundesamts. Orientierungswerte — gerechnet mit konstantem Luftwechsel und geschlossener Zimmertür.


So benutzen Sie den CO₂-Rechner: Eingaben und drei Zahlenbeispiele

Der Rechner hat fünf Eingabefelder, die Sie ohne Messgerät ausfüllen können: Raumgröße und Deckenhöhe (ergeben das Luftvolumen, Voreinstellung 2,5 m), Erwachsene (je rund 11 Liter CO₂ pro Stunde im Schlaf), Kinder (je 9 Liter, unsere Annahme) und die Fensterstellung für die ganze Nacht. Die Linie der Kurve zeigt den typischen Luftwechsel, das Band reicht vom dichten bis zum undichten Gebäude.

Eingabe 1.000 ppm erreicht nach (Std:Min) Wert nach 8 Stunden Spanne (undicht bis dicht) Ampel
16 m², 2 Erwachsene, Fenster zu (Voreinstellung) 1:01 ca. 2.100 ppm 1.500 bis 3.500 ppm rot
16 m², 2 Erwachsene, Fenster gekippt nicht erreicht ca. 800 ppm 600 bis 1.100 ppm grün
12 m², 2 Erwachsene + 1 Kind, Fenster zu 0:29 ca. 3.550 ppm 2.450 bis 6.150 ppm rot

Anzeige des Rechners, Deckenhöhe 2,5 m, auf 50 ppm gerundet; der ungerundete Wert im zweiten Beispiel ist 787 ppm.

Kippen senkt den Morgenwert von rund 2.100 auf rund 790 ppm, ein Kind verkürzt die Zeit im kleinen Zimmer auf unter 30 Minuten. Was die Ampelstufen für Körper und Konzentration bedeuten, steht im Ratgeber zu den CO₂-Werten in der Raumluft.

Wann ist 1.000 ppm erreicht? Szenario-Tabelle nach Raumgröße und Belegung

Bei geschlossenem Fenster fällt die Marke in 25 von 27 gerechneten Fällen noch in der Nacht, im 12-m²-Zimmer mit zwei Erwachsenen und Kind schon nach 27 bis 32 Minuten. Datenherkunft: eigene Massenbilanz-Rechnung (Startwert 550 ppm, Außenluft 420 ppm, Tür zu, Deckenhöhe 2,5 m), exakt gelöst, ohne Zufall.

Raum und Belegung (Fenster zu) undicht, 0,5 Luftwechsel/h typisch, 0,3/h dicht, 0,1/h
12 m², 1 Erwachsener 2:44 1:46 1:22
12 m², 2 Erwachsene 0:49 0:43 0:39
12 m², 2 Erwachsene + Kind 0:32 0:29 0:27
16 m², 1 Erwachsener – 2:50 1:53
16 m², 2 Erwachsene 1:15 1:01 0:53
16 m², 2 Erwachsene + Kind 0:46 0:41 0:37
20 m², 1 Erwachsener – 4:34 2:27
20 m², 2 Erwachsene 1:50 1:22 1:07
20 m², 2 Erwachsene + Kind 1:02 0:53 0:46

Eigene Berechnung, Zeit in Stunden:Minuten bis zum ersten Erreichen von 1.000 ppm. Ein Strich heißt: nicht erreicht, der Wert pendelt sich darunter ein.

In der ersten Stunde entscheidet die Personenzahl, nicht die Dichtheit des Hauses. Bei zwei Erwachsenen und Kind im 12-m²-Zimmer liegen der dichteste und der undichteste Fall nur fünf Minuten auseinander, bei einem Erwachsenen im 20-m²-Zimmer reicht die Spanne dagegen von 2:27 Stunden bis „nicht erreicht". Die Dichtheit bestimmt dafür den Morgenwert: Im 12-m²-Zimmer mit Kind liegt er je nach Gebäude zwischen 2.450 und 6.150 ppm.

Fenster gekippt: reicht das?

Für einen Erwachsenen bleibt der Wert bei gekipptem Fenster in allen neun gerechneten Fällen unter 1.000 ppm, bei weit offenem Fenster in allen 27. Ab zwei Erwachsenen wird es knapper:

Raum und Belegung (Fenster gekippt) hoher Luftwechsel, 3/h typisch, 1,5/h niedrig, 0,8/h
12 m², 2 Erwachsene – – 1:04
12 m², 2 Erwachsene + Kind – 1:05 0:37
16 m², 2 Erwachsene – – 2:03
16 m², 2 Erwachsene + Kind – – 0:58
20 m², 2 Erwachsene – – –
20 m², 2 Erwachsene + Kind – – 1:30

Wie oben, Std:Min; Strich = nicht erreicht.

Von diesen 18 Fällen bleiben 12 unter der Marke. Fünf der sechs Ausnahmen liegen beim niedrigen Luftwechsel von 0,8 pro Stunde, nur das 12-m²-Zimmer mit Kind erreicht die Marke schon beim typischen Wert. Warum, zeigt der Rechenweg.

So rechnet der CO₂-Rechner: Massenbilanz in vier Schritten

Der Rechner löst eine Ein-Zonen-Massenbilanz: Die Raumluft nimmt pro Stunde CO₂ der Schlafenden auf und gibt durch den Luftaustausch CO₂ an die Außenluft ab. Zum Nachrechnen das Voreinstellungs-Beispiel (16 m², zwei Erwachsene, Fenster zu):

  1. Volumen: 16 m² × 2,5 m = 40 m³.
  2. CO₂-Quelle: 2 × 11 Liter pro Stunde = 22 Liter = 0,022 m³ CO₂ pro Stunde.
  3. Luftaustausch: 0,3 Luftwechsel pro Stunde × 40 m³ = 12 m³ Außenluft pro Stunde.
  4. Gleichgewicht: 420 ppm + 0,022 ÷ 12 × 1.000.000 = 2.253 ppm.

Der Weg dorthin ist eine Exponentialfunktion: Konzentration nach t Stunden = Gleichgewicht + (Startwert − Gleichgewicht) × e^(−Luftwechsel × t). Mit 550 ppm Startwert ergibt das nach 8 Stunden 2.099 ppm und die 1.000-ppm-Marke nach 61 Minuten.

💡 Faustregel: Damit der Wert unter 1.000 ppm bleibt, braucht jeder schlafende Erwachsene rund 19 m³ Außenluft pro Stunde (11 Liter CO₂ geteilt durch 580 ppm Abstand zur Außenluft). Der nötige Luftwechsel ist dieser Bedarf geteilt durch das Raumvolumen.

Daraus folgt der Mindest-Luftwechsel pro Stunde, der den Wert unter 1.000 ppm hält:

Raumvolumen 1 Erwachsener 2 Erwachsene 2 Erwachsene + Kind
12 m² (30 m³) 0,63 1,26 1,78
16 m² (40 m³) 0,47 0,95 1,34
20 m² (50 m³) 0,38 0,76 1,07

Eigene Berechnung, Außenluft 420 ppm, 11 Liter je Erwachsenem und 9 Liter je Kind.

Ein geschlossenes Fenster liefert im Rechner 0,1 bis 0,5 Luftwechsel pro Stunde, ein gekipptes 0,8 bis 3 (typisch 1,5). Zwei Erwachsene in 16 m² brauchen 0,95: Das schafft Kippen typischerweise, am unteren Ende des Bandes (0,8) nicht. Das 12-m²-Zimmer mit Kind braucht 1,78 und liegt über dem typischen Kippwert.

Annahmen und Grenzen: was der Rechner nicht weiß

Diese Annahmen stecken im Rechner:

  • CO₂-Abgabe: 11 Liter pro Stunde je schlafendem Erwachsenen (Fan et al. 2021: 11,0 ± 1,4 Liter bei 11 jungen Erwachsenen in einer Schlafkapsel). Die 9 Liter für Kinder sind unsere Annahme; sitzend sind es 15 bis 20 Liter.
  • Luftwechsel: geschlossen typisch 0,3 pro Stunde (Band 0,1 bis 0,5); gemessene Mediane: 0,18 in Wohnungen (Münzenberg et al. 2003) und 0,32 in dänischen Schlafzimmern mit Fenster und Tür zu (Fan et al. 2022). Gekippt 1,5 (Band 0,8 bis 3; gemessen 1,2 bei −3 °C, windstill, Münzenberg et al.), weit offen 5.
  • Startwert und Außenluft: 550 ppm beim Zubettgehen (unsere Setzung), 420 ppm Außenluft; 10 ppm Abweichung dort ändern das Ergebnis um weniger als 10 ppm.
  • Modell: ein Raum, durchmischte Luft, konstanter Luftwechsel, Tür zu. Eine offene Tür erfasst das Modell nur über den Luftwechsel des Raums: Im Vorher-Nachher-Vergleich dänischer Schlafzimmer stieg er beim Öffnen der Tür im Median von 0,27 auf 0,39 pro Stunde (Fan et al. 2022); mit 0,39 fiele die Marke im Beispiel nach 67 statt 61 Minuten, der Morgenwert läge bei rund 1.800 statt 2.100 ppm. Den Austausch mit der übrigen Wohnung bildet ein Ein-Zonen-Modell nicht ab; in Schweizer Messungen hielt schon eine 10 cm breite Türöffnung die Werte meist unter 1.500 ppm (Fehlmann und Wanner 1993). Haustiere und Kerzen fehlen, Zimmerpflanzen ebenfalls, weil ihre nächtliche CO₂-Abgabe kaum ins Gewicht fällt.
  • Prüfung: Sechs publizierte Messwerte aus realen Schlafzimmern liegen im oder nahe am gerechneten Band (dicht bis undicht); das ersetzt keine Messung in Ihrem Zimmer.

Andere Rechner beantworten andere Fragen: Der CO₂-Timer der DGUV beruht auf Messungen in 111 Schulen, der Rechner des Herstellers air-Q geht nach eigenen Angaben von einem Raum ohne Luftaustausch aus (Stand: Oktober 2026). Die UBA-Leitwerte gelten ausdrücklich auch für Schlafzimmer, bewerten aber die Lüftung, nicht Ihre Gesundheit; bei Beschwerden klärt das die Ärztin oder der Arzt.

Wann lüften? Ab 1.000 ppm, und so lange dauert es nach der Nacht

Lüften Sie spätestens ab 1.000 ppm: Dort empfiehlt das Umweltbundesamt, Luftwechsel und Lüftungsverhalten zu verbessern. Nachts hilft Kippen, morgens Stoßlüften.

Im Voreinstellungs-Beispiel (Start bei 2.100 ppm) dauert es bei 8,8 Luftwechseln pro Stunde (gemessen beim Stoßlüften eines Fensters, windstill, Münzenberg et al.) 7 Minuten bis unter 1.000 ppm und 15 Minuten bis 600 ppm; bei 5 pro Stunde sind es 13 und 27 Minuten (eigene Berechnung). Wie Sie im Winter lüften, ohne auszukühlen, steht im Ratgeber zu Stoßlüften und Kipplüften.

Häufige Fragen

Kann ich den CO₂-Rechner auch für Büro oder Homeoffice nutzen?

Nur eingeschränkt: Der Rechner ist auf den Schlaf ausgelegt (11 Liter CO₂ pro Stunde je Erwachsenem). Beim Sitzen sind es 15 bis 20 Liter: Der Anstieg ohne Lüften ist 1,4- bis 1,8-mal so steil, der Frischluftbedarf liegt nach unserer Rechnung bei 26 bis 34 statt 19 m³ pro Stunde und Person.

Warum zeigt mein Messgerät andere Werte als der Rechner?

Weil der Rechner einen Durchschnittsfall rechnet: Ihr Zimmer hat einen eigenen Luftwechsel, dazu kommen Startwert, Tür, Wind und die Toleranz des Sensors. Liegt Ihr Messwert im Band der Kurve, passt Ihr Zimmer zum Modell. Woran Sie einen verlässlichen Sensor erkennen, steht in der CO₂-Messgerät-Kaufberatung.

Wie berechne ich den CO₂-Anstieg im Raum im Kopf?

Ohne Luftaustausch steigt der Wert pro Stunde um Personenzahl × 11 ÷ Raumvolumen in m³ × 1.000 ppm. Zwei Erwachsene in 40 m³: 22 ÷ 40 × 1.000 = 550 ppm pro Stunde, die Marke fällt ab 550 ppm Startwert nach rund 49 Minuten, im schnellsten denkbaren Fall.

Fazit: erst rechnen, dann gezielt lüften

Der CO₂-Rechner zeigt, ob die Luft in Ihrem Schlafzimmer schon in der ersten Stunde auffällig wird. Bei Gelb oder Rot hilft zuerst Kippen, dazu Stoßlüften vor dem Schlafen und morgens. Ob die Rechnung für Ihr Zimmer stimmt, prüft ein Sensor auf dem Nachttisch: CO₂-Messgerät kaufen: worauf es beim Sensor ankommt.

Quellen

  1. Umweltbundesamt (Ad-hoc-AG Innenraumrichtwerte): „Gesundheitliche Bewertung von Kohlendioxid in der Innenraumluft", Bundesgesundheitsblatt 11/2008. umweltbundesamt.de
  2. Fan et al. (2021): „Emission rate of carbon dioxide while sleeping", Indoor Air 31. pubmed.ncbi.nlm.nih.gov
  3. Fan et al. (2022): „Air change rates during sleep in Danish bedrooms", CLIMA 2022. doi.org
  4. Münzenberg, Weithaas, Thumulla (2003): „Luftwechsel im Gebäudebestand", 7. Pilztagung des VDB. baubiologie.net
  5. DGUV / IFA: App „CO2-Timer". dguv.de
  6. air-Q (Hersteller): CO₂-Belastungsrechner, abgerufen im Oktober 2026.

Stand: Oktober 2026. Die Vergleichswerte der Plausibilitätsprüfung nennt der Ratgeber CO₂ in der Raumluft.

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