Schimmel im Keller: Luftfeuchtigkeit senken & richtig lüften
Schnelle Antwort: Kellerschimmel entsteht meist durch falsches Sommerlüften – warme, feuchte Außenluft kondensiert an Kellerwänden, die oft nur 12–16 °C warm sind – oder durch Baumängel wie aufsteigende Feuchte. Die wichtigste Regel: Im Sommer nur lüften, wenn die Außenluft weniger Wasser enthält als die Kellerluft. Das UBA rät zu Nacht und frühem Morgen, im Hochsommer ist die Außenluft laut unserer DWD-Auswertung aber auch dann meist zu feucht. Das UBA nennt für Innenräume 40–60 % Luftfeuchte; im unbeheizten Lagerkeller halten wir bis etwa 65 % noch für vertretbar (eigene Einschätzung). Befall über 0,5 m² gehört laut UBA in die Hände einer Fachfirma. Nasse Wände mit Salzausblühungen deuten auf eine bauliche Ursache, die fachkundig geprüft werden sollte.
Ein muffiger Geruch, dunkle Flecken auf der Wand oder ein weißlich-grauer Belag auf gelagerten Kartons: Schimmel im Keller wird oft erst spät entdeckt, weil dort niemand täglich vorbeikommt. Gerade der Keller ist aber besonders anfällig. Das liegt an seiner Lage im Boden, an niedrigen Wandtemperaturen und an einem weit verbreiteten Lüftungsfehler im Sommer.
In diesem Ratgeber erfahren Sie, welche Luftfeuchtigkeit im Keller vertretbar ist, was es mit der gefürchteten Sommerkondensation auf sich hat, in welchen Monaten Lüften den Keller überhaupt trocknet und wie Sie bauliche Ursachen von Nutzungsfehlern unterscheiden. Den Gesamtüberblick von Erkennen bis Entfernen gibt die Themenseite Schimmel in der Wohnung; die Werte für alle anderen Räume stehen im Überblick zur optimalen Luftfeuchtigkeit in der Wohnung.
Warum der Keller besonders schimmelgefährdet ist
Der Keller unterscheidet sich grundlegend von den Wohnräumen darüber, und genau diese Besonderheiten machen ihn anfällig:
- Niedrige Wandtemperaturen: Kellerwände liegen im Erdreich und bleiben das ganze Jahr über kühl, häufig nur 12 bis 16 Grad. Kühle Oberflächen sind die idealen Kondensationsflächen für Feuchtigkeit aus der Luft.
- Erdkontakt: Die Wände grenzen direkt an das Erdreich. Fehlt eine intakte Abdichtung, kann Bodenfeuchte in das Mauerwerk eindringen.
- Wenig Heizung und Luftbewegung: Viele Keller werden nicht beheizt und selten betreten. Stehende, kühle Luft begünstigt das Wachstum von Schimmelpilzen.
- Lagergut: Kartons, Holzregale, Papier und Textilien sind organisches Material und damit eine Nahrungsquelle für Schimmel.
Diese Faktoren wirken oft zusammen. Entscheidend ist deshalb, die wahre Ursache zu erkennen, bevor man zur Putzbürste greift.
Sommerkondensation: der häufigste Lüftungsfehler
Die meisten Menschen lüften intuitiv falsch: An einem warmen Sommertag reißen sie alle Kellerfenster auf, in der Annahme, frische Luft tue dem feuchten Keller gut. Tatsächlich bewirken sie das Gegenteil.
So entsteht Sommerkondensation: Warme Sommerluft kann sehr viel Wasserdampf aufnehmen. Strömt diese warme, feuchte Luft in den kühlen Keller, kühlt sie an den kalten Kellerwänden schlagartig ab. Kühle Luft kann jedoch weniger Feuchtigkeit halten als warme. Der überschüssige Wasserdampf schlägt sich als Tauwasser an den Wänden nieder, genau wie an einer kalten Getränkeflasche im Sommer. Auf der dauerhaft feuchten Wand siedelt sich Schimmel an.
Das Umweltbundesamt (UBA) beschreibt dieses Phänomen ausdrücklich: In Kellerräumen mit niedrigen Wand-Oberflächentemperaturen kann es im Sommer, wenn warme Luft in den Keller gelangt, zu einem Niederschlag von Luftfeuchtigkeit an der kalten Kellerwand und zu Schimmelpilzwachstum kommen.
💡 Merksatz: Im Sommer ist die Außenluft fast immer feuchter, als der kühle Keller verträgt. Wer tagsüber lüftet, holt Feuchtigkeit herein, statt sie loszuwerden.
Entscheidend ist der Wassergehalt der Luft, nicht die Temperatur. Lüften trocknet nur, wenn die Außenluft weniger Wasser (g/m³) enthält als die Kellerluft. Kühler heißt nicht automatisch trockener: Eine Sommernacht mit 14 °C und 95 % Luftfeuchte trägt rund 11,4 g/m³, Kellerluft mit 16 °C und 60 % nur rund 8,2 g/m³. Die Verbraucherzentrale formuliert es genauso: Feuchtigkeit lässt sich nur hinauslüften, wenn die absolute Luftfeuchte draußen niedriger ist als drinnen.
Richtwerte: Welche Luftfeuchtigkeit im Keller ist ideal?
Das Umweltbundesamt empfiehlt für Innenräume 40–60 % relative Luftfeuchte und macht keine eigene Keller-Ausnahme. Für unbeheizte Keller liegt ein praxistauglicher Zielbereich etwas höher. Die folgende Tabelle ist unsere eigene Einordnung, keine Behördenangabe:
| Kellertyp | Typische Temperatur | Ideale Luftfeuchtigkeit | Kritisch ab |
|---|---|---|---|
| Unbewohnter Keller (Lager, Heizung), unbeheizt | 10–15 °C | 50–65 % | über 70 % |
| Bewohnter Keller (Hobbyraum, Büro), beheizt | 18–20 °C | 40–60 % | über 65 % |
| Lagerung empfindlicher Güter | 10–15 °C | 50–60 % | über 65 % |
Dauerhaft über 65 % wird es problematisch: Viele Schimmelarten wachsen ab etwa 70–80 % relativer Feuchte an kühlen Oberflächen. Ein einfaches Hygrometer zeigt Ihnen den Ist-Wert, ohne Messung lüften Sie im Blindflug.
Taupunkt-Rechner: Wie kritisch ist die Kellerwand?
Wie riskant die Lage an Ihren Kellerwänden ist, können Sie direkt ausrechnen: Geben Sie Kellertemperatur und gemessene Luftfeuchte ein. Für Kellerwände im Erdreich messen Sie die Wandtemperatur am besten (z. B. mit einem Infrarot-Thermometer) und stellen oben auf „ich habe gemessen“ um. Die Schätzung über Wandtyp und Außentemperatur gilt nur für Außenwände, hinter denen Außenluft liegt. An erdberührten Kellerwänden schätzt sie die Wand im Sommer zu warm und das Ergebnis damit zu günstig.
Rechenweg: Taupunkt nach der Magnus-Formel (über Wasser; unter 0 °C bildet sich an der Oberfläche Reif, dort ist die Rechnung eine Vereinfachung); die Feuchte an der Oberfläche ergibt sich aus dem Verhältnis der Sättigungsdampfdrücke. Wird die Wandtemperatur geschätzt, geschieht das über den Temperaturfaktor f_Rsi (Oberflächentemperatur = Außentemperatur + f_Rsi × Temperaturdifferenz). Die U-Werte der Bauteile stammen aus dem Außenwand-Infosystem des Energieinstituts Hessen (Eicke-Hennig 2016). Für die freie Wand gilt wie im Schimmelnachweis nach DIN 4108-2 ein innerer Wärmeübergangswiderstand von 0,25 m²K/W. Hinter Möbeln kommt weniger Raumwärme an die Wand; dafür werden in der Normungsarbeit zur DIN 4108 0,5 m²K/W bei freistehenden Schränken und 1,0 m²K/W bei Einbauschränken vorgeschlagen (wiedergegeben vom Fraunhofer IBP: Sedlbauer 2001, Sedlbauer/Kießl 2002). Bewertung kritisch ab 80 % Oberflächenfeuchte (DIN 4108-2). Die Werte sind typische Anhaltswerte für den Bauteiltyp, keine Messung an Ihrem Gebäude: Orientierungswerte, kein Ersatz für eine bauphysikalische Begutachtung.
Bauliche Ursachen vs. Nutzung: zwei Wege zum feuchten Keller
Nicht jeder Kellerschimmel hat dieselbe Wurzel. Es lohnt sich, zwei grundsätzlich verschiedene Ursachengruppen zu unterscheiden, weil sie völlig unterschiedliche Maßnahmen erfordern.
Nutzungsbedingte Ursachen (Feuchtigkeit aus der Luft)
Hier kommt die Feuchtigkeit aus der Raumluft und schlägt sich an den Wänden nieder. Typische Auslöser:
- falsches Lüften im Sommer (Sommerkondensation)
- Wäschetrocknen im unbeheizten Keller
- offene Behälter mit Wasser, Vorräte mit hoher Eigenfeuchte
- ein nicht abgedeckter Bodenabfluss oder eine offene Bodenplatte
Diese Ursachen lassen sich durch verändertes Verhalten und richtige Lüftung meist selbst beheben.
Bauliche Ursachen (Feuchtigkeit aus dem Bauwerk)
Hier dringt Wasser von außen oder von unten ins Mauerwerk ein, weil die Abdichtung fehlt oder beschädigt ist:
- Aufsteigende Feuchte: Bei vielen älteren Häusern, oft Bauten vor 1945, aber auch bei Nachkriegsbauten, fehlt eine Horizontalsperre. Bodenfeuchte steigt dann durch die Kapillarwirkung im Mauerwerk nach oben.
- Fehlende oder beschädigte Außenabdichtung: Drückendes oder seitlich eindringendes Wasser durchfeuchtet die Wand von außen.
- Defekte Leitungen oder eindringendes Oberflächenwasser nach Starkregen.
Ein wichtiges Erkennungsmerkmal: Bauliche Feuchte erkennen Sie oft an Salzausblühungen (weiße kristalline Beläge), an abplatzendem Putz und an Feuchteschäden, die unten an der Wand beginnen und nach oben hin abnehmen. Solche Schäden lösen sich nicht durch Lüften und gehören in fachkundige Hände.
⚠️ Achtung Bauschaden: Dauerhaft nasse Wände, Salzausblühungen oder durchfeuchtetes Mauerwerk deuten auf einen Bauschaden hin. Großflächiger Schimmel (mehr als etwa ein halber Quadratmeter) gehört unabhängig von der Ursache in die Hände einer Fachfirma (UBA). Solche Schäden müssen an der Ursache behoben werden, etwa durch eine nachträgliche Abdichtung oder Horizontalsperre. Hier sollten Sie eine Fachfirma oder einen Bausachverständigen hinzuziehen. Reines Überstreichen oder Lüften reicht nicht und kann Gesundheitsrisiken kaschieren.
Bewohnter vs. unbewohnter Keller
Ein oft übersehener Punkt: Ein bewohnter oder ausgebauter Keller (Hobbyraum, Gästezimmer, Büro) wird beheizt und sollte wie ein normaler Wohnraum behandelt werden, mit warmen Wänden und kontrolliertem Stoßlüften das ganze Jahr über. Ein unbewohnter, unbeheizter Lagerkeller dagegen bleibt kühl und braucht die saisonal angepasste Lüftungsstrategie. Verwechselt man beide, lüftet man falsch.
Richtig lüften: Sommer vs. Winter
Die Lüftungsstrategie unterscheidet sich je nach Jahreszeit grundlegend. Zeitpunkt und Dauer in der folgenden Tabelle folgen den Empfehlungen des Umweltbundesamtes; die Begründungen und die Zeile zur Übergangszeit sind unsere Ergänzung.
| Jahreszeit | Wann lüften? | Warum? | Dauer (Stoßlüften) |
|---|---|---|---|
| Sommer | Nur nachts oder in den frühen Morgenstunden | Das UBA rät zu kühlen Tageszeiten. Trockener ist die Außenluft nachts aber nicht: Von Juni bis September enthält sie zu jeder Tageszeit meist mehr Wasser als die Kellerluft (siehe Lüftungskalender). Nur lüften, wenn das Hygrometer außen weniger Wasser (g/m³) anzeigt als innen. | 10–20 Minuten, je nach Temperatur und Wind |
| Winter | Zu jeder Tageszeit möglich | Kalte Winterluft ist trocken. Beim Erwärmen im Keller sinkt die relative Luftfeuchte, sie nimmt Feuchtigkeit auf. | 5 Minuten, dafür 2–3 Mal täglich |
| Übergangszeit | Morgens/abends, nach Hygrometer prüfen | Bedingungen wechseln. Nur lüften, wenn außen trockener als innen. | nach Bedarf |
Wichtig ist immer das Stoßlüften: mehrere Fenster für kurze Zeit weit öffnen, statt sie dauerhaft auf Kipp zu stellen. Dauerkippen kühlt nur die Laibungen aus und tauscht kaum Luft, dort bildet sich dann besonders gern Schimmel.
💡 Hygrometer-Faustregel: Lüften lohnt sich nur, wenn die Außenluft trockener ist als die Kellerluft. Hängen Sie je ein Hygrometer in den Keller und nach draußen. Steigt die Luftfeuchte im Keller nach dem Lüften an, war es der falsche Zeitpunkt. Das UBA nennt für Innenräume den Korridor von 40 bis 60 Prozent, eine eigene Keller-Ausnahme macht es nicht. Im bewohnten, beheizten Keller gilt dieser Korridor uneingeschränkt. Für den unbeheizten Lagerkeller halten wir Werte bis etwa 65 Prozent noch für vertretbar – das ist unsere eigene Einschätzung, keine Behördenangabe: Ist der Keller unbeheizt, ist die Wand kaum kälter als die Luft, die Feuchte direkt an der Wandoberfläche liegt deshalb nahe an der Raumluftfeuchte. Bis etwa 65 Prozent bleibt so ein Sicherheitsabstand zu den 80 Prozent Oberflächenfeuchte, die DIN 4108-2 als Schimmelkriterium ansetzt. Im Sommer, wenn die Wände kälter sind als die Luft, schrumpft dieser Abstand.
Praktisch gelingt der Vergleich mit zwei Thermo-Hygrometern (innen und außen), die absolute Feuchte oder Taupunkt anzeigen. Lüften lohnt nur, wenn der Taupunkt der Außenluft niedriger liegt als der der Kellerluft. Beide Taupunkte liefert auch der Rechner oben. Welche Geräte sich lohnen, steht im Hygrometer-Ratgeber.
Lüftungskalender: Wann trocknet Lüften den Keller wirklich? (eigene DWD-Auswertung)
Um die Frage nicht nur mit Faustregeln zu beantworten, haben wir über 525.000 Stundenwerte des Deutschen Wetterdienstes ausgewertet: Temperatur und Luftfeuchte der Jahre 2016 bis 2025 an sechs Stationen (Hamburg, Essen, Frankfurt/Main, Leipzig/Halle, München, Potsdam). Für jede Stunde haben wir berechnet, ob die Außenluft absolut trockener war als Kellerluft mit 16 °C und 60 % relativer Feuchte (ein eher warmer unbeheizter Keller; kühlere Keller siehe Fußnote unter der Tabelle), das entspricht 8,2 g Wasser je Kubikmeter.
| Monat | Wasser in der Außenluft (Mittel) | Anteil „Lüft-Stunden“* | Kellerlüften |
|---|---|---|---|
| November bis März | 5,0–6,3 g/m³ | 89–98 % | sehr gut, fast immer sinnvoll |
| April | 6,1 g/m³ | 87 % | sehr gut |
| Mai | 8,0 g/m³ | 57 % | wechselhaft, Hygrometer entscheidet |
| Juni | 10,4 g/m³ | 16 % | meist zu feucht |
| Juli | 10,9 g/m³ | 11 % | meist zu feucht |
| August | 11,3 g/m³ | 7 % | schlechtester Monat des Jahres |
| September | 9,8 g/m³ | 22 % | meist zu feucht |
| Oktober | 8,5 g/m³ | 45 % | wechselhaft, Hygrometer entscheidet |
*Anteil der Stunden, in denen die Außenluft absolut trockener ist als Kellerluft mit 16 °C / 60 % (8,2 g/m³). In kühleren Kellern sinkt der Anteil deutlich: Bei 12 °C / 60 % (6,4 g/m³) sind es im Januar 85 %, im April 61 %, im November 53 % und im Oktober 12 % der Stunden.
Drei Erkenntnisse stechen heraus:
- Der August ist der schlechteste Lüftungsmonat, nicht der Juli. Im Mittel trägt die Außenluft dann 11,3 g Wasser pro Kubikmeter, mehr als doppelt so viel wie im Januar (5,0 g). Nur in 7 % der August-Stunden würde Lüften den Keller wirklich trocknen.
- Der Monat entscheidet, nicht die Uhrzeit. Übers Jahr schwankt die absolute Feuchte um mehr als das Doppelte, im Tagesverlauf nur um wenige Zehntel Gramm. Nachts ist die Sommerluft sogar etwas feuchter als am Nachmittag (Juli: 11,1 gegenüber 10,6 g/m³). Ob an der kühlen Kellerwand Tauwasser entsteht, hängt am Wassergehalt der Luft, nicht an ihrer Temperatur. Die UBA-Empfehlung, im Sommer nachts oder morgens zu lüften, ist deshalb kein Freifahrtschein: Von Juni bis September bleibt die Außenluft zu jeder Tageszeit meist zu feucht für den Keller.
- November bis April ist die Zeit zum Trocknen, der Oktober ist ein Übergangsmonat. Wer den Keller entfeuchten will, schafft das mit konsequentem Stoßlüften in der kalten Jahreshälfte und hält die Fenster im Hochsommer geschlossen.
Methodik: eigene Auswertung von 525.466 DWD-Stundenwerten (Lufttemperatur und relative Feuchte; Stationen Hamburg-Fuhlsbüttel, Essen-Bredeney, Frankfurt/Main, Leipzig/Halle, München-Stadt und Potsdam; 2016–2025), Umrechnung in absolute Feuchte nach der Magnus-Formel. Datenbasis: Deutscher Wetterdienst (Open Data).
Schimmel beseitigen: kleine Flächen selbst entfernen
Kleine, oberflächliche Schimmelstellen können Sie unter Umständen selbst entfernen, sofern die Ursache geklärt und behoben ist. Sonst kommt der Schimmel zurück.
So gehen Sie bei kleinen Flächen vor:
- Schutz: Tragen Sie Handschuhe, eine FFP2/FFP3-Maske und eine Schutzbrille. Lüften Sie während der Arbeit.
- Reinigen: Glatte, harte Oberflächen waschen Sie laut UBA mit Wasser und Haushaltsreiniger ab (kein Essig), verputzte oder gestrichene Wände wischen Sie mit 70–80-prozentigem Alkohol (Ethanol) ab. Feucht arbeiten, damit keine Sporen aufgewirbelt werden. Welches Mittel wofür geeignet ist, zeigt der Schimmelentferner-Vergleich.
- Entsorgen: Stark befallene, poröse Materialien wie Tapeten, Gipskarton oder Kartons gehören in den Müll, sie lassen sich nicht zuverlässig reinigen.
- Trocknen und beobachten: Halten Sie die Stelle trocken und kontrollieren Sie sie regelmäßig.
⚠️ Grenzen der Eigenleistung: Bei einer befallenen Fläche über etwa einem halben Quadratmeter, bei wiederkehrendem Befall oder wenn die Ursache im Bauwerk liegt, ist eine Fachfirma gefragt. Auch Menschen mit Allergien, Asthma oder geschwächtem Immunsystem sollten die Sanierung nicht selbst durchführen.
Eine ausführliche Schritt-für-Schritt-Anleitung finden Sie unter Schimmel entfernen sowie eine Übersicht aller Auslöser unter Schimmel-Ursachen.
Wann ein Luftentfeuchter und wann die Fachfirma sinnvoll ist
Ob ein Entfeuchter überhaupt hilft, hängt von der Ursache ab. Die folgende Tabelle gibt Orientierung.
| Situation | Sinnvolle Maßnahme |
|---|---|
| Leicht erhöhte Luftfeuchte, Kondensation, kein Bauschaden | Richtig lüften; bei Bedarf elektrischer Luftentfeuchter als Unterstützung |
| Unbeheizter Lagerkeller, dauerhaft klamm | Elektrischer Kondenstrockner; Granulat-Entfeuchter nur für sehr kleine, geschlossene Räume |
| Nasse Wände, Salzausblühungen, abplatzender Putz | Fachfirma / Bausachverständiger – bauliche Abdichtung nötig |
| Großflächiger Befall (> ca. 0,5 m²), wiederkehrend | Fachfirma für Sanierung und Ursachenanalyse |
Wichtig: Ein elektrischer Luftentfeuchter bekämpft nur die Feuchtigkeit aus der Luft, nicht die Ursache eines Bauschadens. Bei aufsteigender Feuchte oder undichter Abdichtung läuft das Gerät endlos, ohne das Problem zu lösen. Es kann aber als Übergangslösung helfen, die Luftfeuchte zu senken, während die bauliche Sanierung geplant wird. Eine Modellübersicht finden Sie im Luftentfeuchter-Vergleich.
Sinnvoll ist ein elektrisches Gerät vor allem im Hochsommer, wenn tagelang nur warm-schwüle Luft draußen ist und Lüften nicht hilft, in bewohnten Kellern mit höheren Komfortansprüchen, nach einem Wasserschaden zur schnellen Bautrocknung und in Kellern ohne Fenster. Dafür eignen sich Kompressor-Entfeuchter, die die Feuchte aktiv aus der Luft ziehen.
Granulat-Entfeuchter (Schalen mit Salztabs) sind nur für kleine, geschlossene Bereiche wie einen Schrank oder ein Abstellfach geeignet. Für einen ganzen Kellerraum reicht ihre Leistung in der Regel nicht aus. Was Granulat wirklich aufnimmt und wann sich ein elektrisches Gerät lohnt, rechnet der Beitrag Entfeuchter-Granulat oder elektrischer Luftentfeuchter vor.
Lagergut richtig schützen
Im Keller lagern oft die empfindlichsten Dinge: Fotos, Bücher, Akten, Kleidung. So bewahren Sie sie vor Schimmel:
- Abstand zur Wand: Stellen Sie Regale mit einigen Zentimetern Abstand zur Außenwand auf, damit Luft zirkulieren kann und sich keine Feuchtenester bilden.
- Vom Boden weg: Lagern Sie nichts direkt auf dem Kellerboden. Paletten, Roste oder Regalböden schaffen Abstand.
- Atmungsaktiv statt luftdicht: Geschlossene Plastikboxen können innen schwitzen. Besser sind Boxen mit Belüftung oder offene Regale; wirklich empfindliche Dinge gehören nicht in den feuchten Keller.
- Organisches Material reduzieren: Pappkartons und Holz sind Schimmel-Nahrung. Kunststoffboxen sind die bessere Wahl.
💡 Tipp: Kontrollieren Sie Lagergut an den Außenwänden besonders im Spätsommer. Dann ist die Sommerkondensation am weitesten fortgeschritten, und erste Befallsnester zeigen sich häufig zuerst hinter Kartons an kühlen Wänden.
So beugen Sie Kellerschimmel dauerhaft vor
Die wirksamste Vorbeugung kombiniert richtiges Verhalten mit der Kontrolle der Bausubstanz:
- Im Sommer nur lüften, wenn die Außenluft weniger Wasser enthält als die Kellerluft (Hygrometer innen und außen), im Hochsommer die Fenster meist geschlossen halten; im Winter kurz und kräftig stoßlüften.
- Ein Hygrometer dauerhaft im Keller anbringen und die Zielmarke im Blick behalten (40–60 % laut UBA; im unbeheizten Keller nach unserer Einschätzung bis etwa 65 %).
- Keine Wäsche im unbeheizten Keller trocknen.
- Bauliche Ursachen (Risse, feuchte Wände, Salzränder) früh erkennen und prüfen lassen.
- Lagergut mit Wandabstand und auf Rosten lagern.
Weitere allgemeine Strategien gegen Schimmel im ganzen Haus finden Sie unter Schimmel vorbeugen.
Häufige Fragen zu Schimmel im Keller (FAQ)
Warum sollte ich den Keller im Sommer nicht tagsüber lüften?
Weil die warme Sommerluft viel Feuchtigkeit enthält. Strömt sie in den kühlen Keller, kühlt sie an den kalten Wänden ab und gibt das überschüssige Wasser als Kondensat an die Wände ab. Das Umweltbundesamt empfiehlt deshalb, im Sommer nur nachts oder in den kühlen Morgenstunden zu lüften. Trockener ist die Luft dann allerdings nicht: Laut unserer DWD-Auswertung enthält sie von Juni bis September auch nachts meist mehr Wasser als typische Kellerluft. Lüften Sie deshalb nur, wenn die Außenluft weniger Wasser (g/m³) enthält als die Kellerluft.
Woran erkenne ich, ob die Feuchtigkeit baulich bedingt ist?
Bauliche Feuchte zeigt sich typischerweise an dauerhaft nassen Wänden, weißen Salzausblühungen, abplatzendem Putz und an Schäden, die unten an der Wand beginnen und nach oben abnehmen. Solche Schäden verschwinden nicht durch Lüften und deuten auf fehlende Abdichtung oder aufsteigende Feuchte hin. Hier hilft nur eine bauliche Sanierung.
Hilft ein Luftentfeuchter gegen Kellerschimmel?
Ein elektrischer Luftentfeuchter senkt die Luftfeuchtigkeit und hilft, wenn die Ursache in der Raumluft liegt, etwa bei Kondensation in einem unbeheizten Lagerkeller. Gegen einen Bauschaden wie aufsteigende Feuchte ist er nur eine Übergangslösung, weil er die Ursache nicht beseitigt.
Welche Luftfeuchtigkeit ist im Keller normal?
Das UBA nennt für Innenräume 40 bis 60 Prozent, das gilt auch für den bewohnten, beheizten Keller. Im unbeheizten Lagerkeller halten wir bis etwa 65 Prozent noch für vertretbar (eigene Einschätzung): Dort ist die Wand kaum kälter als die Luft, sodass ein Abstand zu den 80 Prozent Oberflächenfeuchte bleibt, ab denen DIN 4108-2 mit Schimmel rechnet. Ein Hygrometer hilft, das Lüftungsverhalten zu steuern und solche Werte rechtzeitig zu erkennen.
In welchen Monaten sollte ich den Keller lüften?
Von November bis April ist die Außenluft in 87 bis 98 % der Stunden trockener als Kellerluft mit 16 °C und 60 % Luftfeuchte, Lüften entfeuchtet dann meist. In kühleren Kellern (z. B. 12 °C) sind es deutlich weniger Stunden, im November etwa die Hälfte. Von Juni bis September ist sie meist zu feucht (im August nur 7 % geeignete Stunden), dann die Fenster möglichst geschlossen halten und nur lüften, wenn das Hygrometer außen weniger Wasser anzeigt als innen. Mai und Oktober sind Übergangsmonate, in denen das Hygrometer entscheidet (eigene DWD-Auswertung, siehe oben).
Quellen
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Umweltbundesamt (UBA): Wie lüfte ich richtig? Tipps und Tricks zur Schimmelvermeidung. Empfehlungen zu Kellerlüftung im Sommer (nachts/morgens), Sommerkondensation, Stoßlüften und Zielwert 40–60 % relative Luftfeuchte. umweltbundesamt.de
-
Umweltbundesamt (UBA): Leitfaden zur Vorbeugung, Erfassung und Sanierung von Schimmelbefall in Gebäuden (Schimmelleitfaden). Grundlage zu Ursachen, Bewertung und Sanierung von Schimmelbefall. umweltbundesamt.de
-
VerbraucherFenster Hessen (Verbraucherzentrale Hessen): Kellerlüftung – im Sommer ist Vorsicht geboten. Erläuterung der Sommerkondensation und richtiger Lüftungszeitpunkte. verbraucherfenster.hessen.de
-
Verbraucherzentrale: Heizen und Lüften: So geht's richtig. Feuchtigkeit lässt sich nur hinauslüften, wenn die absolute Luftfeuchte (Wasserdampfgehalt in g/m³) draußen niedriger ist als im Innenraum. verbraucherzentrale.de
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Energie-Fachberater: Schimmelpilz-Gefahr: Keller im Sommer richtig lüften. Hinweise zu fehlender Abdichtung bei Altbauten und Durchfeuchtung der Kellerwände. energie-fachberater.de
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Deutscher Wetterdienst (DWD), Open Data: Stundenwerte der Lufttemperatur und relativen Feuchte, 525.466 Werte von sechs Stationen, 2016–2025; eigene Berechnung der absoluten Feuchte (Magnus-Formel). opendata.dwd.de
Hinweis: Bei sichtbarem Schimmelbefall oder Verdacht auf einen Bauschaden ersetzt dieser Artikel keine fachliche Begutachtung. Wenden Sie sich im Zweifel an einen Bausachverständigen oder eine qualifizierte Sanierungsfirma.
Stand: Oktober 2026.
